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Ausbildung & Co. Düsseldorf In typischen Akademikerberufen mitmischen

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Manche Branchen verbindet man in erster Linie mit einem Studium. Jura und Medizin zum Beispiel. Doch auch in diesen Bereichen gibt es spannende Ausbildungsberufe. Ein paar Beispiele. Von Isabelle De Bortoli 

OPERATIONSTECHNISCHE ASSISTENTEN

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Viel Zeit im Operationssaal verbringen nicht nur Chirurgen oder Anästhesisten, sondern eben auch Operationstechnische Assistenten (OTA). Sie begleiten den gesamten Prozess einer Operation: Vor dem Eingriff bereiten sie den Patienten nicht nur vor, sondern führen auch wichtige Gespräche, um die Patienten zu beruhigen und ihnen die Angst zu nehmen. Während des Eingriffs assistieren die OTA den Ärzten, reichen beispielsweise Instrumente an und überwachen die Atmung und den Kreislauf der Patienten. Auch für die Hygiene im OP sind sie zuständig. Außerdem dokumentieren sie den Eingriff und notieren, ob alles nach Plan läuft oder Komplikationen auftreten. Ausdauer und Konzentration ebenso wie Empathie sind wichtige Eigenschaften für die Ausbildung. Diese umfasst 1600 Stunden theoretischen Unterricht und 3000 Stunden praktische Ausbildung in verschiedenen Fachdisziplinen und Abteilungen und dauert drei Jahre. Übrigens: Wer sich speziell für den Bereich Anästhesie interessiert, kann eine Ausbildung zum Anästhesietechnischen Assistenten machen. Diese wirken bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge von Narkosen mit: Sie begleiten Patienten in die Narkose und überwachen diese bis zum Aufwachen.

JUSTIZFACHANGESTELLTE

Ob Zivilprozess, Zwangsvollstreckung oder Vormundschaft - Justizfachangestellte übernehmen organisatorische Aufgaben in den unterschiedlichsten Fachgebieten bei Gerichten und Staatsanwaltschaften. Sie arbeiten Richtern und Rechtspflegern zu, sie erteilen Auskünfte und gewähren Akteneinsicht, nehmen Anträge, Rechtsmittel, Rechtsbehelfe und Erklärungen auf, fertigen und beglaubigen Schriftstücke, erheben statistische Daten, berechnen, vermerken und überwachen Fristen. Ob bei Gericht oder bei der Staatsanwaltschaft: Justizfachwirte sind oftmals die erste Anlaufstelle für rechtsuchende Bürger und geben diesen eine erste Orientierung. Und: Genauso wie Richter, Anwälte oder Staatsanwälte sitzen sie in Verhandlungen - um Protokoll zu führen. Heißt: Sie müssen den Wortlaut von Zeugenaussagen genauso aufschreiben wie das Plädoyer der Staatsanwaltschaft oder den Richterspruch und sind somit bei großen, spannenden Mordprozessen ebenso dabei wie bei kleinen Verhandlungen wie beispielsweise gegen einen Ladendieb. Da sie zumeist mit sehr persönlichen Daten umgehen, haben Justizfachangestellte die Pflicht zur Verschwiegenheit. Sie sollten außerdem sorgfältig und verantwortungsbewusst handeln. Justizfachangestellte sind nach abgeschlossener, dreijähriger Ausbildung nicht nur bei den verschiedenen Gerichten, wie Verwaltungs-, Ziviloder Strafgericht, und Staatsanwaltschaften beschäftigt, sondern können auch in Notariaten und Rechtsanwaltskanzleien arbeiten.

STEUERFACHANGESTELLTE

Ob Handwerker oder Einzelhändler, Freiberufler oder Solo-Selbstständiger: Ohne die Hilfe von Steuerexperten sind die meisten von ihnen bei der Steuererklärung aufgeschmissen. Steuerfachangestellte helfen bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung von Mandanten als wichtige Ansprechpartner. Für die Mandanten übernehmen sie kaufmännische Arbeiten, wie die Verarbeitung von Rechnungen, Belegen und Kontoauszügen und die Kontrolle von Buchführungen. Sie überprüfen Daten und Belege wie Rechnungen, Bankbelege und Kassenbücher und besprechen daraufhin die Ergebnisse mit den Mandanten. Darüber hinaus bearbeiten sie deren Steuererklärungen und überprüfen Steuerbescheide. Die Mandanten können aus den verschiedensten Bereichen stammen - so bekommen Steuerfachangestellte Einblicke in verschiedene Unternehmen, unter anderem aus der Industrie oder aus dem Handwerk. Steuerfachangestellte arbeiten bei Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern, die in der Regel ein wirtschaftswissenschaftliches Studium und dann zwingend eine Steuerberaterprüfung bestanden haben. Aber: Das kann man tatsächlich auch als Steuerfachangestellter. Nach zehn Jahren Berufserfahrung kann man zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden.

BAUZEICHNER

Ob ein Haus gebaut wird, eine Brücke oder ein Einkaufszentrum: Auf der Baustelle trifft man nicht nur Architekten und Ingenieure, sondern auch Bauzeichner. Sie setzen die Entwurfsskizzen und Vorgaben von Architekten sowie Bauingenieuren um und erstellen maßstabsgerechte Zeichnungen und Pläne für den Architekturbau, den Ingenieurbau oder den Tief-, Straßen- und Landschaftsbau. Die Bauzeichnung zeigt für alle beteiligten Gewerke, wen welche Aufgabe erwartet. Bauzeichner arbeiten heute längst nicht mehr mit Bleistift und Lineal, sondern mit einer speziellen CAD-Software am Computer. Dazu vermessen sie beispielsweise eine Baustelle und fertigen dann im Büro entsprechende Pläne an. Bauzeichner müssen extrem sorgfältig arbeiten und sich zudem mit Baustoffen und Baumaterialien, mit Mauerwerken, Dämmsystemen und Wandbekleidungen auskennen. Die dreijährige Ausbildung kann man mit den Schwerpunkten Architektur", Ingenieurbau" und Tief-, Straßen- und Landschaftsbau" absolvieren und anschließend in Architekturoder Ingenieurbüros, bei großen Bauunternehmen oder im öffentlichen Dienst in den Bauämtern arbeiten.

TECHNISCHE PRODUKTDESIGNER

Auch ohne Maschinenbaustudium kann man an der Entwicklung technischer Produkte beteiligt sein: Technische Produktdesigner arbeiten in Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen insbesondere von Industrieunternehmen, etwa des Fahrzeug-, Flugzeug-, Möbel- und Innenausbaus, der Medizintechnik, der Konsumgüter- und Verpackungsindustrie, in Konstruktionsbüros und bei Industriedienstleistern. Dort entwickeln und designen sie dreidimensionale Datenmodelle und erstellen technische Dokumentationen. Der Beruf hieß früher Technischer Zeichner - heute erledigt der Technische Produktdesigner seine Aufgaben allerdings ausschließlich am Computer. Dort arbeiten die Auszubildenden in ihrer dreieinhalbjährigen Lehre mit spezieller Software, sogenannten CAD-Programmen, über die neue Produkte in 3-D designt oder bestehende Produkte überarbeitet werden. Dafür wählen sie unter Berücksichtigung von Kosten, Gestaltung sowie technischen Möglichkeiten Werkstoffe, Normen und Montagetechniken aus. Technische Produktdesigner arbeiten eng mit Ingenieuren und anderen Produktdesignern zusammen und unterstützen deren Arbeit. Neben der Analyse, der Konzeption und der Prototypen- und Serienbetreuung gehört auch die Ideenfindung und Präsentation zu den Aufgaben eines Technischen Produktdesigners. Die Ausbildung gibt es in den Fachrichtungen Produktgestaltung und Konstruktion" sowie Maschinen-und Anlagenkonstruktion". In letzterer konzipieren Produktdesigner in 3-D-Modellen eher Bauteile beziehungsweise Baugruppen sowie Fertigungszeichnungen für Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen.

PHARMAZEUTISCH-TECHNISCHER ASSISTENT (PTA)

Foto: Benjamin Nolte/dpa

PTA informieren und beraten gemeinsam mit Apothekern den Patienten bei der Arzneimittelabgabe, bei medizinischen Hilfsmitteln, Verbandsmaterialien bis hin zur Kosmetik oder stellen Rezepturen her. Die schulische Ausbildung ist medizinischnaturwissenschaftlich ausgerichtet und dauert zwei Jahre. Hinzu kommen sechs Monate Praktikum in der Apotheke. Wer eher im Hintergrund einer Apotheke arbeiten möchte, kann die Ausbildung zum Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten (PKA) machen. PKA kümmern sich schwerpunktmäßig um kaufmännisch-organisatorischen Aufgaben. Dazu gehören Warenwirtschaft, Einkauf und die Lagerung der Arzneimittel und der apothekenüblichen Waren.

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