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Ausbildung & Co. Niederrhein Nord Energiewende aktiv mitgestalten

Foto: Getty Images/demaerre

Das Handwerk spielt eine wichtige Rolle bei der Klimaschutzes. Umsetzung des Im Fokus stehen der Ausbau von Erneuerbaren Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz. Von Brigitte Bonder 

Im Handwerk sind tausende Ausbildungsplätze mit besten Zukunftschancen offen. Fachkräftenachwuchs wird nicht nur für Fach- und Führungskarrieren gesucht, sondern besonders auch für die in den kommenden fünf Jahren anstehenden rund 125.000 Betriebsübernahmen in Deutschland. Sehr gute Aussichten bestehen vor allem in den Handwerksberufen, die zur Umsetzung der Energie- und Mobilitätswende benötigt werden. Eine Ausbildung in diesen Gewerken verschafft entsprechende Schlüsselqualifikationen. So lernen Auszubildende beispielsweise, Miniblockheizkraftwerke, Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen zu installieren oder Elektromotoren zu warten. ,,Das Handwerk war immer schon, Ausrüster der Energiewende'", sagt Anne Kuhlmann von der Handwerkskammer Düsseldorf. Aber erst durch die Pandemie, die vor allem bei vielen Privathaushalten zu Investitionen im energetischen Bereich geführt hat, sowie durch die aktuelle Energiekrise wird öffentlich thematisiert, welche Bedeutung handwerklichen Tätigkeiten für das Gelingen der Klimaschutzziele zukommt. ,,Das kann entscheidend für die Berufsfindung sein."

KOMPETENZEN IN VIELEN BERUFEN

Viele Ausbildungsberufe haben ihre Profile bereits auf Umweltschutzanforderungen hin verändert. So qualifizieren sich Auszubildende im Kfz-Handwerk im neuen Vertiefungsschwerpunkt ,,System- und Hochvolttechnik" und stehen parat für die Wartung von Hybrid- und E-Antrieben. Im Maler- und Lackiererhandwerk gehört das Erlernen der Möglichkeiten einer ökologischen Wärmedämmung auf Basis von Faser- und anderen nachwachsenden Rohstoffen, die gut für das Raumklima und die Minderung des CO₂-Verbrauchs sind, seit Jahren zum Programm", gibt Kuhlmann weitere Beispiele. Fest verankert wurde auch die Klima-Kompetenz der Dachdecker mit der novellierten Ausbildungsordnung für den Berufsstand. ,,Danach gehört die Sach- und Fachkunde in Umweltschutz und Energietechnik an Dach und Wand fest zum Berufsbild und Prüfungsstoff in der dreijährigen Handwerkslehre." Die Effizienz- und bauphysikalische Beurteilung von Werkstoffen und Gegebenheiten sind dabei ausdrücklich eingeschlossen. Konkret müssen Dachdecker zum Beispiel in der Lage sein, Energiesammler und Energieumsetzer wie Sonnenkollektoren fachgerecht zu planen und zu verbauen.

Die Ausbildungsvorschriften für angehende Schornsteinfeger nach abgeschlossener dreijähriger Berufslehre schreiben bereits seit 2012 Kenntnisse und Fähigkeiten im technischen Umweltschutz vor. Die geprüften Gesellen sollen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung wie Verbesserung der Nutzungsfähigkeit einleiten, überwachen und die Kunden vertiefend beraten können. Im Umfeld Sanitär-Heizung-Klima dreht sich vieles um den Einbau von Wärmepumpen, Heizungs-Checks und die Optimierung des Energieverbrauchs. Elektriker beschäftigen sich mit Photovoltaikanlagen und Installationen von Wallboxen für E-Autos. ,,In den letzten Jahren haben sich zudem mehr als 2000 Installateure und Heizungsbauer, Schornsteinfeger, Maurer, Zimmerer oder Holz- und Bautenschützer aus ganz Nordrhein-Westfalen zu GebäudeEnergieberatern weitergebildet", zeigt Anne Kuhlmann Weiterbildungsmöglichkeiten auf. ,,Ihre vertiefte Kompetenz rund um klimaschonend errichtete und betriebene Gebäude wird künftig noch stärker als bislang gefragt sein."

ERST MEISTER, DANN UNTERNEHMER

Laut Aussagen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks verdienen Absolventen einer handwerklichen Ausbildung nicht schlecht. Zudem hätten handwerkliche Berufe hinsichtlich Arbeitsplatzsicherheit und vielfältigen Möglichkeiten der Selbstständigkeit die Nase vorn. Einen Karrieresprung ermöglicht unter anderem eine Meisterfortbildung, die als Unternehmerschule" im Handwerk gilt. Sie eröffnet den Weg in die Selbstständigkeit in Form von Existenzgründung oder Betriebsnachfolge, befähigt zur Ausbildung von jungen Menschen oder ermöglicht die Übernahme von neuen Verantwortungsbereichen im Betrieb.

Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, sollte frühzeitig in die gewünschten Berufe hineinschnuppern. Rund 130 Ausbildungsberufe und daran anschließende Fortbildungen der höheren Berufsbildung, die gleichwertig mit einem Hochschulstudium sind, bieten spannende Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierewege im Handwerk. ,,Wichtiger als gute Noten sind das Engagement und das praktische Interesse am jeweiligen Beruf", betont Kuhlmann abschließend. ,,Frühzeitige Praktika in Unternehmen sind immer noch der Königsweg in die richtige' Ausbildung.

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