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Ausbildung & Co. Niederrhein Süd Über die Ausbildung in den Chefsessel

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Wer Karriere machen möchte, muss nicht unbedingt studieren. Auch die Berufsausbildung kann den Weg an die Spitze ebnen. Von Patrick Peters

Manchmal scheint es, als sei das Studium der einzige Weg in den Beruf. Insgesamt gab es im Wintersemester 2021/22 an den Hochschulen in Deutschland 20.951 Studiengänge, davon waren 19.272 Bacheloroder Masterstudiengänge. Ein Jahr davor waren es fast 600 Studiengänge weniger, und immer häufiger entstehen Studiengänge direkt aus der beruflichen Praxis, etwa im Gesundheitsoder im Sozialbereich. Heißt das, dass die klassische Berufsausbildung an Wert verliert?

Mitnichten! Die Kultusministerkonferenz nennt die duale Ausbildung, also die Kombination aus praktischer und schulischer Lehre, ein international beachtetes Modell: ,,Das duale System der beruflichen Bildung ist eine wesentliche Säule für die Deckung des Fachkräftebedarfs in Deutschland. Mehr als die Hälfte eines Altersjahrgangs wählt diesen Weg als Einstieg in eine qualifizierte Berufs- beziehungsweise Erwerbstätigkeit. Die im europäischen Vergleich niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist ein Beleg für die besondere Arbeitsmarktrelevanz dieses Bildungsangebots, das im internationalen Vergleich lange Zeit unterschätzt worden ist."

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Und somit ebnet die duale Ausbildung auch den Weg in den Chefsessel. Dieser muss nicht immer über den Hörsaal führen, zumal der Erfolg eines Studiums nicht garantiert ist, wie eine Statistik zeigt. Die meisten Abiturienten entscheiden sich nach der Schule für eine akademische Karriere. Aber das ist nicht für jede oder jeden der richtige Weg.

Rund ein Drittel aller Bachelor-Aspiranten steigt vorzeitig aus dem Studium aus. Die wichtigsten Gründe dafür sind laut einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschulund Wissenschaftsforschung (DZHW) Leistungsprobleme, finanzielle Engpässe, mangelnde Motivation und ein fehlender Praxisbezug.

Ein Beispiel für die Berufsausbildung als Grundstein für die Karriere liefert das Handwerk. Das betont beispielsweise Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, mit Blick auf die Absolventen der Meisterfortbildung der Handwerkskammer Düsseldorf. Beim überwiegenden Teil der Absolventen der Meisterschule sei es der Wunsch, mit der systematisch aufgebauten Fachkompetenz ins unternehmerische Wagnis zu gehen. Dieses Ziel haben uns 58 Prozent der Meisterqualifizierten genannt. Das ist der höchste Wert der vergangenen 20 Jahre. Die Qualifizierungskette Auszubildender Geselle - Meister - Unternehmer trägt trotz aller Herausforderungen nach wie vor. Und das ist eine wichtige Kernbotschaft."

Auch in den anderen kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen sind diese Aufstiegswege möglich. So weist die Industrie- und Handelskammer Siegen in dem Zusammenhang auf die IHK-Bildungspyramide Karriere mit Lehre" hin. Nach der Berufsausbildung könne in einem gestuften Weiterbildungssystem über Abschlüsse zum Fachwirt, Meister oder Betriebswirt der Aufstieg zu höchsten Führungsaufgaben erreicht werden. Unternehmen sollten diese Karrierewege begleiten, denn ,,ein wesentlicher Pfeiler für den unternehmerischen Erfolg ist eine ausreichende Zahl qualifizierter Fachkräfte, die einen aktuellen Wissensstand haben und in der Lage sind, dieses Wissen in die komplexen Prozesse des Unternehmens einzubringen", heißt es bei der IHK Siegen. Und weiter: „Um diese notwendigen Fachkräfte zu gewinnen, setzen Betriebe zunächst auf die eigene Ausbildung. Die passgenau ausgebildete Fachkraft ist und bleibt die Basis aller Qualifizierungsbemühungen eines Unternehmens."

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