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BERUF & KARRIERE Wenn es im Job auf die Stimme ankommt

Für manche Berufe in den Bereichen Soziales und Bildung muss ein phoniatrisches Gutachten vorgelegt werden. Fachärzte prüfen dafür die sprachlichen Fähigkeiten.

Wer für seinen Beruf eine belastbare Stimme braucht, muss dies manchmal mit einem Gutachten nachweisen können. FOTO: DPA-TMN

Schauspieler in der Ausbildung müssen es vorlegen, aber auch angehende Logopäden und Lehramtsstudenten zur Immatrikulation: ein phoniatrisches Gutachten. Überprüft und bewertet wird dabei der „Stimmstatus zum Ausschluss von Stimmstörungen, die gegebenenfalls eine berufliche Eignung für bestimmte Berufe reduzieren“, erklärt Nikola Depel vom Deutschen Bundesverband für Logopädie (dbl) in Frechen. Somit trifft das phoniatrische Gutachten Aussagen zur sprachlich-stimmlichen Eignung für den jeweiligen Beruf. Das Ergebnis versperrt den Berufsweg nicht zwingend: „Über die Zulassungskriterien für eine Aufnahme entscheiden die Ausbildungsstellen beziehungsweise Studiengänge selbst“, sagt Depel.

Bei der Uni Potsdam heißt es: „Das Ergebnis der phoniatrischen Untersuchung hat keinen direkten Einfluss auf die Weiterführung Ihres Studiums.“ Es habe beratenden Charakter, um bei Bedarf unter fachlicher Anleitung Stimme und Sprechen zu trainieren, „um der hohen Belastung später im Beruf standhalten zu können.“

Was wird genau überprüft? „Zum einen die sprachlichen Fähigkeiten wie Aussprache, Wortschatz und Grammatik“, sagt Bernhard Junge-Hülsing vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Gecheckt würden zudem stimmliche Belastbarkeit, Stimmumfang, Tonhaltedauer und Heiserkeit. „Auch ein Hörtest sollte durchgeführt werden.“ Unter dem Strich gehe es um korrekte Sprache und korrektes Sprechen sowie die Belastbarkeit der Stimme.

Erstellt wird ein phoniatrisches Gutachten von Fachärzten, also Phoniatern. Auch HNO-Ärzte mit entsprechender Zusatzqualifikation sind dazu berechtigt. Sie führen eine Kehlkopfspiegelung durch, per Zeitlupenuntersuchung werden Stimmlippenschwingungen analysiert.

Experten findet man zum Beispiel auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP) oder beim Deutschen Berufsverband der Fachärzte für Phoniatrie und Pädaudiologie (DBVPP) unter „Landesverbände“. Die Kosten liegen laut Bernhard Junge-Hülsing je nach Umfang zwischen 120 und 300 Euro. Tragen muss man sie selbst, weil es sich beim phoniatrischen Gutachten nicht um eine Versicherungsleistung handelt. tmn

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