ANZEIGE

BERUF & KARRIERE Privater Bildungsbereich im Wachstum

Das Statistische Bundesamt sieht bei der Bildung in Deutschland einen Trend zur Privatisierung. Besonders zeigt sich dies im Hochschulbereich, aber auch Privatschulen ziehen immer mehr Eltern für ihre Kinder ernsthaft in Betracht. Beim Schulgeld gibt es in NRW besondere Umstände.

Knapp jeder zehnte Jugendliche besucht heute eine Privatschule. Mit der steigenden Schülerzahl hat in den vergangenen 20 Jahren auch die Zahl der Schulen zugenommen. FOTO: GOPIXA - STOCK.ADOBE.COM

Bildungseinrichtungen in privater Trägerschaft werden hierzulande immer beliebter. Im Wintersemester 2021/22 war gut jeder zehnte Studierende in Deutschland an einer privaten Hochschule eingeschrieben, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das entspricht demnach knapp 342.600 Studierende. Das sind rund zwölfmal so viele wie vor 20 Jahren, während im selben Zeitraum die Gesamtzahl der Studierenden nur um etwas mehr als die Hälfte von knapp 1,9 auf 2,9 Millionen gestiegen ist.

„Im Schulbereich ist der Trend zur Privatisierung ebenfalls ungebrochen“, berichten die Statistiker. Im Schuljahr 2022/23 ging knapp ein Zehntel der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen auf Privatschulen. Insgesamt waren das rund 797.600 von insgesamt knapp 8,7 Millionen Schülern in Deutschland. 20 Jahre zuvor besuchten erst sechs Prozent eine Privatschule. Wie stark diese genutzt werden, ist von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Am höchsten war der Anteil von Privatschülern in Mecklenburg-Vorpommern (12,3 Prozent), am niedrigsten in Schleswig-Holstein mit rund 5,6 Prozent. Nordrhein-Westfalen liegt mit 8,5 Prozent leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 9,2 Prozent.

Der Trend zur Wahl einer privaten Schule oder Uni drückt sich dann auch im Wachstum der Bildungsstätten aus: Die Zahl der privaten allgemeinbildenden Schulen ist von 2522 im Schuljahr 2002/03 um 50 Prozent auf 3784 im Schuljahr 2022/23 gestiegen. Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Zahl der öffentlichen allgemeinbildenden Schulen um 24 Prozent.

Im Durchschnitt zahlten Eltern 2030 Euro jährlich für einen kostenpflichtigen Privatschulplatz ihrer Kinder. Am höchsten war das steuerlich geltend gemachte Schulgeld je Kind in Hessen mit durchschnittlich 3320 Euro, am niedrigsten in Sachsen mit 1210 Euro. Auf Kreisebene liegen Kommunen aus NRW vorne: So wurde das höchste durchschnittliche Schulgeld im Rhein-Kreis Neuss gezahlt (7690 Euro), direkt gefolgt von Düsseldorf (7090 Euro). Zur Erklärung: Die großen regionalen Unterschiede sind unter anderem auf landesrechtliche Besonderheiten zurückzuführen, da die Regelungen zur Schulgeldpraxis in die Zuständigkeit der Bundesländer fallen. So erhalten beispielsweise Privatschulen in NRW nur dann staatliche Zuschüsse, wenn sie kein Schulgeld erheben. Viele Privatschulen verzichten dann auf Gebühren, bei den anderen sind die Gebühren dafür verhältnismäßig hoch.

Auch das Angebot an privaten Hochschulen nimmt seit Jahren zu. So hat sich ihre Zahl binnen 20 Jahren von 49 auf 114 im Wintersemester 2021/22 mehr als verdoppelt. Gefragt sind vor allem die privaten Fachhochschulen – ihr Anteil betrug 90,5 Prozent.

 Dabei ist das Betreuungsverhältnis an privaten Hochschulen rein rechnerisch sogar ungünstiger als an öffentlichen Hochschulen. So betreute eine Lehrkraft im Wintersemester 2021/22 an privaten Hochschulen im Schnitt 36,4 Studierende, an öffentlichen dagegen nur 14,6 Studierende. Die meisten von ihnen waren an den privaten Hochschulen in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eingeschrieben. Danach folgten Ingenieurwissenschaften und Humanmedizin beziehungsweise Gesundheitswissenschaften. dpa/rps


Buchpreis für Roman über Internatsschüler

Mit „Echtzeitalter“ hat der österreichische Autor Tonio Schachinger einen modernen Coming-of-Age-Roman vorgelegt – und dafür vor Kurzem den Deutschen Buchpreis 2023 erhalten.

Das Leben des Protagonisten Till spielt sich in zwei Welten ab und Schachinger beschreibt das sehr präzise und so, dass man sich in den Jungen hineinfühlen und ihn verstehen kann. Der Schüler geht auf ein Wiener Internat.Es ist ein Kampf um sozialen Status. Und dort herrscht Drill. Da ist das Nachsitzen und die permanente Angst, sich einen Fehltritt zu erlauben. Zu Hause ist Till entspannt, wenn er sich bis tief in die Nacht auf seine Computerspiele konzentrieren kann. Kreuzen sich seine beide Welten, sind das die besten Szenen im Buch. Etwa wenn seine Mutter überglücklich ist, weil sich ihr Sohn ein Buch über Architektur aus dem Hausbestand fischt. Tatsächlich aber dientes ihm nur gut als Unterlage für seinen Laptop. dpa

Beruf & Karriere

Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf, Geschäftsführer: Johannes Werle, Hans Peter Bork, Matthias Körner (verantwortl. Anzeigen), Druck: Rheinisch-Bergische Druckerei GmbH, Zülpicher Straße 10, 40196 Düsseldorf, Anzeigen: Rheinische Post Medien GmbH,Tel. 0211 505-1222, E-Mail: stellenmarkt@rheinische-post.de, Redaktion: Rheinland Presse Service GmbH, Monschauer Straße 1, 40549Düsseldorf, José Macias (verantwortlich), Stefan Reinelt, Tel. 0211 528018-14, redaktion@rheinland-presse.de

Mehr zum Thema