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TAG DES HANDWERKS Natürliche Klimaanlage nutzen

Verwunschen und wunderschön wirken Häuser, die rundherum von Efeu und Wein bedeckt sind. Sie haben auch einen echten baulichen Vorteil: Die Begrünung kann Teil einer modernen energetischen Sanierung sein.

Auch kleinere Gebäude wie Garagen können begrünt werden. FOTO: FLORIAN SCHUH/DPA-TMN

Im Herbst leuchten sie in strahlenden Farben: Hausfassaden, an denen Wein und andere Kletterpflanzen emporranken. Eine bepflanzte Hauswand ist aber nicht nur optisch ein Highlight. Sie hat vor allem Vorteile, die den Bewohnern und der Umwelt das ganze Jahr über zugutekommen. 

„Grüne Dächer und Fassaden sind natürliche Klimaanlagen“, sagt Gunter Mann, Präsident des Bundesverbandes GebäudeGrün. Die Feuchtigkeit, die die Pflanzen binden, verdunstet langsam und kühlt die Umgebung. Das schützt im Sommer vor Hitze. Und im Winter halten die Pflanzen die Wärme im Haus, weil sie es als zusätzliche Dämmschicht umhüllen. „Außerdem binden sie Feinstaub und schützen vor Lärm“, ergänzt Mann. 

Das Begrünen von kleinen Gebäuden wie dem Müllcontainer-Häuschen, der Garage und dem Schuppen kann der Laie selbst übernehmen. „Beim Wohnhaus muss allerdings ein Fachmann ran“, rät Gunter Mann. Denn das Gewicht der Erde, der Pflanzen sowie des abgefangenen Regenwassers verändert die Statik des Gebäudes. Das kann besonders auf dem Dach zu großen Problemen führen. 

Eine dichte, sattgrüne Decke: Wilder Wein ist äußerst beliebt für die Begrünung von Hausfassaden. FOTO: ANDREA WARNECKE/DPA-TMN
Eine dichte, sattgrüne Decke: Wilder Wein ist äußerst beliebt für die Begrünung von Hausfassaden. FOTO: ANDREA WARNECKE/DPA-TMN

„Steht das Wasser nur zehn Zentimeter hoch, entsteht ein zusätzliches Gewicht von 100 Kilogramm pro Quadratmeter“, erklärt Manfred Gunkel vom Zentralverband des Dachdeckerhandwerks. „Deshalb muss unbedingt ein Statiker die Unterkonstruktion auf ihre Tragfähigkeit prüfen. Sonst kann es passieren, dass das Dach einstürzt.“

Viele Bestandsgebäude haben nicht genügend Traglastreserve für ein Gründach. „Aber beim Neubau kann man das höhere Gewicht von vornherein mit einplanen“, so Gunkel. Optimal für die Begrünung sind Dächer mit fünf bis 15 Prozent Neigung. „Von denen fließt das Wasser von allein ab. Bei reinen Flachdächern ist eine zusätzliche Dränage notwendig“, erklärt Ramona Ballod von der Verbraucherzentrale. Steilere Dächer eignen sich weniger. Denn je steiler sie sind, desto größer die Gefahr, dass die Bepflanzung abrutscht. „Fachleute können aber auch Dächer bis 45 Grad Neigung begrünen“, hält Mann dagegen.

Wer Fassade begrünt, muss die Wahl der Pflanzen von der Bauweise abhängig machen. Sogenannte Selbstklimmer, die sich von alleine an der Fassade emporranken, dürfen nur auf intakte, fugenlose Aufbauten ohne Außendämmung treffen. „Die Triebe von Selbstklimmern würden in Fugen und Spalten hineinwachsen und durch Dickenwachstum Schäden an der Fassade verursachen“, erklärt Experte Gunter Mann. 

Insgesamt gilt: Bei vorgehängten und hinterlüfteten sowie holzbekleideten Fassaden, wärmegedämmten Vorsatzfassaden und Trapezblechwänden sind Selbstklimmer keine gute Idee. Dazu gehören auch die beliebten Wärmeverbundsysteme. Hier empfehlen Experten Gerüstkletterpflanzen und wandgebundene Begrünungssysteme. 

„Wichtig ist, die grüne oder bunte Fassade gut zu pflegen. Dann kann sie sehr lange leben“, ergänzt Ballod. Die Pflanzen müssen regelmäßig gestutzt werden, damit Regenrinnen und Fenster nicht zuwachsen. „Und man muss bedenken, dass die bepflanzte Hausfassade auch für Insekten attraktiv ist.“ Angst vor Spinnen und anderen Insekten sollte man also nicht haben. KATJA FISCHER


Elektrisch unterstützt in die Garage

Spätestens, wenn ein Garagentor deutliche Gebrauchsspuren zeigt, wird es Zeit für eine Modernisierung.

Bei Neubauten sind elektrische Garagentore mit einem Motorantrieb schon fast zum Standard geworden. Aber auch vorhandene Garagen lassen sich durch einen Tortausch mit mehr Komfort für den Alltag versehen. 

Elektrische Garagentore gibt es in zahlreichen Designs, Farben, Oberflächen – und auch technischen Varianten. Bis vor wenigen Jahren waren vor allem Schwingtore üblich. Seit einigen Jahren werden jedoch Sektionaltore immer beliebter. Sie öffnen sich in einzelnen Segmenten und sind damit besonders platzsparend. Praktisch: Selbst wenn auf der Einfahrt direkt vor dem elektrischen Sektionaltor ein Auto geparkt ist, lässt sich das Tor weiter öffnen und schließen. 

Am besten lässt man sich zu den baulichen Gegebenheiten und den Möglichkeiten von einem Fachbetrieb vor Ort beraten. Garagen sind nicht alleine zum Parken da. Oft werden hier auch teure Fahrräder, Gartengeräte, Werkzeuge und mehr gelagert – allesamt beliebte Beutegegenstände für Einbrecher. 

Alte Garagentore ohne Motorantrieb lassen sich oft sehr einfach aufhebeln. In dieser Hinsicht punkten elektrische Garagentore mit speziellen Verriegelungslösungen. Beim Kauf eines Garagentores sollte man daher in jedem Fall auf eine einbruchhemmende Ausstattung achten. 

Lässt sich in meiner alten Garage überhaupt ein neues Garagentor montieren? Diese Frage stellen sich viele Hausbesitzer. In den meisten Fällen stellt der Austausch des alten Tores gegen ein neues Modell mit Motorantrieb überhaupt kein Problem dar. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Stromversorgung des Torantriebs gegeben ist, unter Umständen sind also noch Leitungen zu verlegen. 

Aber auch ohne Stromversorgung gibt es Lösungen, die ein elektrisches Garagentor ermöglichen (Solar). Gelegentlich stellt man auch fest, dass die alte Garagentoröffnung nicht zu den heute gängigen Tor-Maßen passt. Doch auch bei Fertiggaragen stehen immer mehr Sondergrößen zur Verfügung, die sich optimal jeder Fahrzeuggröße anpassen. djd

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