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Ausbildung & Co. Niederrhein Nord Dem Gast eine schöne Zeit bereiten

Foto: Laura Ludwig/dpa

Das Hotel- und Gastronomiegewerbe ist abwechslungsreich und bietet spannende Arbeitsplätze. Auch im Ausland zu arbeiten, ist nach einer Ausbildung gut möglich. Doch die Jobs sind herausfordernd. Von Amelie Breitenhuber 

Hannah Lehnert hat im vergangenen Jahr eine Ausbildung zur Hotelkauffrau im Hilton Hotel Berlin begonnen. Ihren Berufswunsch hat sie sich durch die Auswirkungen der Pandemie auf die Branche nicht vermiesen lassen. „Für mich war schon lange klar, dass ich diesen beruflichen Weg einschlagen möchte", sagt die 20-Jährige. Daran konnten dann auch erste Zweifel ihrer Familie nichts ändern. Vielmehr war Lehnert froh, dass sie die Möglichkeit hatte, ihre Ausbildung zu starten.

,,Der Ausbildungsmarkt war schon vor der Pandemie wirklich schwierig", sagt Christoph Schink, der in der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) das Referat Gastgewerbe leitet. Nichtsdestotrotz bleibt die Zuversicht und schließlich die Erkenntnis, dass es im Gastgewerbe qualifizierte Fachkräfte braucht. Das heißt im Umkehrschluss: Azubis können sich Arbeitgeber quasi aussuchen. Gesucht würden Mitarbeiter sowohl in Metropolen als auch auf dem Land, in Städten ebenso wie in den Urlaubsregionen, weiß Sandra Warden, Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). Und diese ,,Enge des Arbeitsmarkts", wie Christoph Schink es nennt, kann attraktiv sein. Für junge Menschen heißt das: Auch nach der Ausbildung steht ihnen die volle Bandbreite an Jobmöglichkeiten offen.

WELCHE ART VON AUSBILDUNG MÖCHTE ICH MACHEN?

Dehoga-Geschäftsführerin Sandra Warden rät angehenden Azubis, sich zu überlegen, was für sie bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs persönlich besonders wichtig ist: Ist es die Möglichkeit einer internationalen Karriere? Oder passt ein Familienbetrieb in der Heimatregion, wo man verwurzelt ist, besser zu einem? Auch die Abwägung zwischen einem Schwerpunkt auf den soliden handwerklichen Grundlagen oder auf innovativen, durchdigitalisierten Betrieben kann bei der Entscheidung weiterhelfen.

Ein Thema, das im Gastgewerbe immer wieder eine Rolle spielt, sind die Arbeitszeiten. Hier habe die Pandemie auch etwas Positives bewirken und zu einer Flexibilisierung beitragen können, sagt Gisela Münchgesang, General Mangerin des Hilton-Hotels am Gendarmenmarkt in Berlin. „Wir merken, dass wir uns da als Arbeitgeber an die Bedürfnisse einer neuen Generation anpassen müssen." Deswegen lie Ben sich auf Wunsch etwa Teilzeit-Stellen realisieren - und auch mobiles Arbeiten, etwa wenn es um administrative Tätigkeiten geht, sei möglich.

Hannah Lehnert hat vor ihrer Ausbildung zur Hotelkauffrau im Internet recherchiert und viel davon gelesen, dass Azubis den ganzen Tag nur Zimmer saubermachen. Abgeschreckt hat sie das nicht. Und ihr Ausbildungsalltag sieht nun ganz anders aus.

Die angehende Hotelkauffrau mag besonders, dass sie bereits viel Eigenverantwortung hat und zahlreiche Abteilungen des Hotels kennenlernen kann: von der Buchhaltung über den Roomservice bis hin zur Warenannahme. Langweilig wird es da nicht. ,,Ein Tag in der Buchhaltung unterscheidet sich dann natürlich sehr von einem Tag an der Bar. Das zeigt die Komplexität der Ausbildung", sagt sie.

AFFINITÄT FÜR DIENSTLEISTUNGEN GEHÖRT DAZU

Die Arbeitszeiten machen der 20-Jährigen nichts aus. „Das erste Weihnachten ohne meine Familie zu verbringen, war aber schon ein komisches Gefühl", sagt sie. Da habe es geholfen, dass das Hotel besonders festlich geschmückt war und sie sich während der Festtage bei ihrer neuen ,,Arbeitsfamilie" wohlfühlen konnte. 

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